Verbesserung des Landschaftswasserhaushaltes im Land Brandenburg - AEP Lieper Polder

Verbesserung des Landschaftswasserhaushalts im Land Brandenburg - AEP Lieper Polder, Oderbruch

Rahmenbedingungen des Landes Brandenburg

Das Land Brandenburg verfügt nur über geringe Niederschlagsmengen und damit über ein geringes Wasserdargebot. Zur Stabilisierung und Verbesserung des Landschaftswasserhaushalts im Land Brandenburg wurden vom Agrar- und Umweltministerium zwei Instrumente geschaffen: die Agrarstrukturelle Entwicklungsplanung AEP Landschaftswasserhaushalt/Landnutzung für den Zeitraum 2001 bis 2003 und zur unterstützenden Umsetzung der Maßnahmen der AEP’s die Förderrichtlinie zur „Förderung der Verbesserung des Landschaftswasserhaushaltes“ für den Zeitraum 2002 bis 2006.

Ziel ist es dabei im Land Brandenburg, das nur über geringe Niederschlagsmengen und damit über ein geringes Wasserdargebot verfügt, Maßnahmen umzusetzen, die zum nachhaltigen Wasserrückhalt führen.


AEP Lieper Polder

Im Jahr 2002 wurde vom Büro für ländliche Entwicklung Agro-Öko--Consult GmbH in Zusammenarbeit mit WASY die AEP Lieper Polder bearbeitet und abgeschlossen. Auftraggeber der AEP war das AfLE Fürstenwalde. WASY bearbeitete den Teil Wasser innerhalb der AEP.

Einsatz eines gekoppelten OW-GW-Modells

Der Lieper Polder ist ein Teilbereich des Niederungsgebietes Oderbruch, für das im Auftrag des LUA Brandenburg ein Grundwasserströmungsmodell aufgebaut wurde. Das Modell wurde in den letzten Jahren für verschiedene Problemstellungen (z. B. Funktionsfähigkeit der Deichparallelgräben, Analyse von Schöpfwerksmengen in Abhängigkeit von nutzungsabhängigen Flurabständen) erfolgreich eingesetzt. Dieses Grundwasserströmungsmodell wurde für den Teilbereich des Lieper Polders, der über ein ausgedehntes Grabensystem verfügt, stark verfeinert. Das GW-Modell wurde außerdem mit einem hydraulischen Modell gekoppelt (vgl. Abb. 1). Somit konnte ein effektives Modellsystem geschaffen werden, mit dem die spezielle Problematik der Wechsel-beziehungen zwischen Oberflächenwasser und Grundwasser wiedergegeben werden kann.

Bearbeitung

Schwerpunkte der Bearbeitung waren die Erhöhung des Wasserrückhalts im Gebiet, die Optimierung von nutzungsabhängigen Grundwasserständen (Hauptnutzer Landwirtschaft und Naturschutz), die Herstellung der ökologischen Durchgängigkeit in den Gewässern und die Verbesserung der Bodenstruktur (z. B. Moorschutz). Dazu wurde insbesondere die Wasserregulierung von Stauanlagen nach Zeit, Höhe und Lage analysiert. Die Bearbeitung erfolgte in enger Zusammenarbeit mit den Landwirten im Untersuchungsgebiet, der Verwaltung des Biosphärenreservates
Schorfheide-Chorin, dem Gewässer- und Deichverband Oderbruch, dem LUA Brandenburg und den regionalen Kreisbehörden (Landwirtschaftsämter, Umweltämter, Untere Wasserbehörden, Untere Naturschutzbehörden, Forstamt).

Ergebnisse

Es wurde ein Katalog konkreter Maßnahmen erarbeitet, die einem Konsens der Interessen der Landwirtschaft und des Naturschutzes entsprechen und zur Stabilisierung und Verbesserung des Landschaftswasserhaushaltes im Sinne der Zielstellungen der AEP beitragen. Die Maßnahmen führen im langjährigen Mittel u. a. zu folgenden Effekten:

  • Anhebung des Grundwasserstandes um 9 cm im Jahresmittel auf der Gesamtfläche des Lieper Polders.
  • Anstieg des Grundwasserstandes in den Sommermonaten Juni – August zwischen 12 und 18 cm (vgl. Abbildungen 2 und 3).
  • Erhalt und Verbesserung der Bodenfunktion durch Wasserrückhalt und damit einer Durchfeuchtung von ca. 1.200.000 m³ Bodenvolumen. Schwerpunkt dabei sind insbesondere die wertvollen Moorböden.
  • Beibehaltung der Abflussaufteilung im FFH-Gebiet.
  • Keine Sohlentschlammung im FFH-Gebiet.

Folgende bautechnische Maßnahmen zur Umsetzung der Bewirtschaftungsziele wurden vorgeschlagen:

  • Rekonstruktion SW Liepe mit drehzahlabhängigen Pumpen
  • Rückbau von 3 Stauanlagen
  • Ersatz Stauanlage durch Sohlschwelle
  • Neubau Sohlschwelle
  • Rekonstruktion von 6 Stauanlagen
  • Neubau von 5 Stauanlagen

Wesentliches Ergebnis waren auch Vorschläge zur Optimierung der Bewirtschaftung aller Stauanlagen.


 
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